Psychotherapie in Trennungsphasen
Wenn ein Paar in der bisherigen Beziehung erleben muss, dass die anfänglichen Ressourcen bzw. Bildekräfte der liebegetragenen Gemeinschaft sich erschöpft haben oder aus dem Blick verloren gegangen sind und eine Entfremdung sich entwickelt hat, bedarf es in vielen Fällen einer begleitenden, helfenden und auch heilsamen therapeutischen Unterstützung und Hilfe. Denn dieser Entfremdung sind oft Auseinandersetzungen und Konflikte vorausgegangen, die oft mit Verletzungen, Kränkungen, Herabsetzungen und Entwertungen – Selbstzweifeln und Selbstvor-würfen verbunden waren.
In solcher Situation fehlt es oft an Kraft und Einsicht, das Gute, ja Wunderbare der Beziehung in Ihren Anfängen, in ihrem Werdegang noch zu würdigen, zu respektieren und auch Dankbarkeit gegenüber diesen gemeinsamen Lebensphasen möglich sein zu lassen. Doch jedem schmerzhaften und tief verunsichernden bzw. entwertendem Ende einer Beziehung gehen die aufbauenden, zukunftsvollen und hoffnungsge-tragenen Impulse des „Ja“-Sagens zum jeweils Anderen voraus.
Dieser Wirklichkeiten sich zu erinnern, sich bewusst zu machen kann Aufgabe eines begleitenden therapeutischen Prozesses werden, in dem die Dankbarkeit für das Empfangene, für das zur eigenen Entwicklung beigetragene seitens des Anderen eine Hilfe werden kann, das einmalig besondere dieser Beziehung zu würdigen – um dann gemeinsam das schmerzende, tragische, verletzende wahrzunehmen, auszusprechen und in einem möglichst gemeinsamen Trauerprozess und Trauerritual zu „bestatten“ und so sich in gegenseitiger Achtung, Anerkennung und Würdigung in den weiteren individuellen Lebensgang zu entlassen.
Wenn dies gelingt, können beide für sich wieder frei werden und möglicherweise in einer zukünftig „wartenden“ neue Beziehung wieder Beziehung und Liebe neu zu versuchen.
